Logo: Der kurze Weg zum Glück: Gebrauchstauglichkeit als Versprechen und Chance in der Gestaltung

18. Forumgespräch am 7. und 8. Mai 2010
in der ehemaligen Hochschule für Gestaltung Ulm


Die Dokumentation der Veranstaltung ist als Buch erschienen, 160 Seiten, mit farbigen Abbildungen. Es ist für € 32,- (für Mitglieder € 16,-), zzgl. Versand, in der Geschäftsstelle Karlsruhe erhältlich.

Ein Buch, dessen Schrift sich dem Lesen entzieht, eine Gebrauchsanleitung, deren Sinn sich nicht erschließt, ein Internetangebot, das nicht nutzbar ist, ein Türgriff den man nicht richtig greifen kann, eine Treppe, die man nicht sicher begehen kann, ein Gebäude ohne Orientierungsmöglichkeit usw. – Eine Reihe, die problemlos weitergeführt werden kann. Eines ist allen gemein: Im Gebrauch nicht tauglich. Dennoch sind sie Realität.
Der Mensch will die Dinge seines Interesses schnell begreifen, sofort anwenden und nutzen können. Ohne Zeitaufwand und große Umstände. Ist eine Sache kompliziert im Umgang, dauert das Verstehen zu lange, wendet er sich ab. Er bevorzugt den kurzen Weg des Verständisses und entwickelt ganz eigene Kriterien für die Beurteilung der Dinge. Sei es aus pragmatischen, funktionalen oder ästhetischen Gründen.
Die Komplexität der medial geprägten Umwelt weist mittlerweile deutliche Einschränkungen der kulturellen Qualität auf. Die verstärkte konsumistische Haltung der Menschen erfordert daher andere Antworten auf der Anbieterseite als bisher. Das sollte professionelle Gestalter zum Handeln auffordern. Denn gerade sie tragen entscheidend zum Funktionieren moderner Gesellschaften und zur Entwicklung ihrer alltagskulturellen Qualitäten bei.
Sie bieten bislang eine enorm große Kompetenzbandbreite. Dennoch scheint es so, dass die kreativen Strategen heute ihre Funktion als Mittler zwischen den Disziplinen und Experten der Gestaltgebung aufgeben.
Verlieren Gestalter den Anschluss an gesellschaftliche Realitäten? Verlieren sie einen Teil ihrer Kompetenzen? Designer müssen – um auch weiterhin als Experten der Ganzheitlichkeit gelten zu können – ihr Leistungsbild überdenken und erweitern. Sie müssen sich selbst in die Pflicht nehmen, anwendungsoptimiert zu gestalten. Die Maßstäbe auf diesem Gebiet sind rasant gestiegen und neben den Gestalterberufen sind spezialisierte Professionen herangewachsen, von denen Designer lernen müssen, um ihre Aufgabe im fortschrittlichen Sinn erfüllen zu können.

Welche Methoden sind beim Entwerfen, Planen und Gestalten erfolgsversprechend? Welche Chancen bieten erweiterte Kenntnisse über Gebrauchstauglichkeit? Wie können Designer veränderte Nutzerverhalten besser berücksichtigen? Wie sehen die Schnittstellen in der Kommunikation aus?
Die vielfältigen Aspekte der Gebrauchstauglichkeit im Spannungsfeld zwischen Auftraggeber, Entwerfer und Nutzer wollen wir beim 18. Forumgespräch betrachten und diskutieren. Experten gestaltungsrelevanter Wissenschaften zeigen notwendige Erkenntnisse und neue Ergebnisse. Professionelle Gestalter zeigen Anwendungen


Programm 18. Forumgespräch als PDF (480.2 KB)



Programm


Freitag, 7. Mai 2010

10:00 | Prof. Florian Adler und Christian Lutsch
Begrüßung und Einführung

10:30 | Prof. Dr. Heiner Bubb, Technische Universität, München
Systematische Verbesserung der Gebrauchstauglichkeit durch Ergonomie –
dargestellt am Beispiel Automobil


11:30 | Ursula Fuss, Architektin, Frankfurt
Ein Weg für Alle – Lebensraum und Aktionshorizont

12:30 | Mittagspause

14:00 | Franz Koller, Geschäftsführer der User Interface Design GmbH (UID), Ludwigsburg
»Von Usability zu User Experience –
Der Nutzer im Fokus bei der Entwicklung von interaktiven Produkten


15:00 | Karsten Henze, Deutsche Bahn, Berlin
Zielgruppe: Alle!
Anforderungen an die Gestaltung in einem besonders komplexen System


16:00 | Pause

16:30 | Prof. Dr. Marc Hassenzahl, Folkwang Universität, Essen
Experience Design
Von der bloßen Gebrauchstauglichkeit zum freudvollen Erleben


17:30 | Dr. Viola Altrichter, Kulturwissenschaftlerin, Berlin
»Deus in terris – die Erzeugung des Genies im 16 . Jahrhundert«,
oder »Vom Handwerker zum vergöttlichten Künstleringenium in säkularisierter
Zeit.«


19:00 | Abendveranstaltung


Samstag, 8. Mai 2010
HfG Ulm

9:30 | Prof. Dr. Manfred Thüring, Technische Universität, Berlin
Der Einfluss von Gebrauchstauglichkeit und Gestaltung auf Kognitionen und Emotionen in der Mensch-Technik-Interaktion

10:30 | Gerard Unger, Schrift-Entwerfer
Schrift und Ergonomie
Das Entwickeln von Schriften unter ergonomischen Gesichtspunkten und der Umgang mit ergonomisch gestalteten Schriften

11:30 | Boris Kochan, Designer, Verleger, Unternehmer, München
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
Navigation durch Wörterbücher und Reisekataloge


12:30 | Pause

13:00 Uhr Prof. Dieter Wallach, Ergosign, Saarbrücken
PsychoDesignDeveloper
Zum Wandel der Anforderungen an Designer


14:00 | Ralph Habich, HabichCI, Forum für Entwerfen e.V.
So nah am Wesen des Menschen
Konklusion


15:00 | Abschluss und Ende der Veranstaltung

Anschließend:
Einladung zur Eröffnung der Ausstellung des IDZ Berlin
»Universal Design: Unsere Zukunft gestalten« im Ulmer Museum

17:00 | Begrüßung durch Dr. Dagmar Rinker, HfG Archiv und Ulmer Museum
und Prof. Florian Adler, Vorsitzender des Forum Entwerfen e.V.

17:15 | Auftakt-Vortrag NN


Anfragen zum 18. Forumgespräch können Sie auch gerne per Mail direkt richten an den Intendanten Christian Lutsch buero@christianlutsch.com


Wir danken herzlich unseren freundlichen Unterstützern:
dem Berufsverband der Deutschen Kommunikationsdesigner e.V. (BDG), dem Forum Typografie (FT) und der Typografischen Gesellschaft München (TGM), der Stiftung HfG Ulm und dem HfG Archiv Ulm



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